Ski

Mario Tolle vom SC Fretter war bei der Internationalen Lauberhornabfahrt im schweizerischen Wengen als Funktionär dabei.             

Nach mehrfachen Bewerbungen als Helfer bei diesem Internationalen Event kam im Dezember unverhofft die Zusage aus Wengen als Funktionär bei diesem Traditionsrennen mitzuwirken. Nach der Kitzbüheler “Streif“ wohl die bekannteste Strecke im  Alpinen Weltcup.

Beworben habe ich mich für die Rennen, die am Freitag ausgetragen werden. Hier fand die Alpine Kombination statt. Die Kombination  enthält ein Abfahrtsrennen und einem Slalomkurs.

Es ging los Freitag früh um sechs Uhr ab Lauterbrunnen, mit der Wengernalpbahn hoch nach Wengen um pünktlich zum Treffpunkt zu erscheinen. Nach einer  Einweisung der Schweizer Rennleitung im Hotel Victoria, hier war das Team der Schweden untergebracht,  ging es dann weiter mit der Bahn Richtung Rennstrecke. Ich hatte mich zuvor als Tor-Richter für den Slalom am Nachmittag beworben, da man hier sehr nah an der Strecke und den Kontakt zu den Athleten hat.

„Wir, die für den Slalom zuständig waren, hatten noch genug Zeit, sich das Prozedere eines Weltcuptages aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Beeindruckend war, dass der gefallene Neuschnee aus der Nacht von Schweizer Soldaten größtenteils mit der Schneeschüppe  von der Piste geräumt wurde. Die Abfahrt hat mal eben eine Länge von 4.5 Kilometern!! “OHNE DIE HILFE DER ARMEE WÄRE DIESES EVENT WOHL NICHT SO WIE ES IST“, so tönte es immer wieder aus den an der Strecke angebrachten Lautsprechern.

Besichtigt wurde von mir der Slalom Start. Dieser musste  ausnahmsweise, aus Schneemangel,  auf der Abfahrtsstrecke stattfinden  und  lag  direkt am Auslauf an einer der schnellsten Passagen im Ski Weltcup. Glück für mich, denn somit konnte ich mir  die ersten fünfzehn Rennläufer anschauen die dann mit Tempo 140 am Haneggschuss in perfekter Position an  mit vorbei flogen und  anschließend am Silberhornsprung einen Satz von 50 Metern gekonnt ausführten. Wahnsinn! No risk, no fun!

Um zwölf Uhr  ging es wieder talabwärts ins Ziel, wo mittlerweile 5000 Zuschauer die Skiasse  bejubelten. Dort traf ich auf die Fahrer die zuvor die Abfahrt gefahren sind. „Legenden"wie Ivica Kostelic oder den Weltcupführenden Aksel Lund Svindal. Sogar hatte ich Gelegenheit kurz mit der Kommentatorin Jana Thiel vom ZDF zu sprechen.

 „Ich wollte eigentlich nur den  ZDF Experten und ehemaligen Rennläufer Marco Büchel für ein Bild und ein Autogramm, dieser war aber leider gerade zu Tisch, so Frau Thiel“.

Weiter ging es  zum bereits gesteckten Slalom Hang. Zu Fuß durch den Wald und hohen Neuschnee erreichten wir die Passage „Seilersboden“ wo wir dann auf die nächste Einweisung warteten. Wir, das war die Gruppe 'Adelboden', die Torrichter für den Slalom.  Mit Steigeisen ausgerüstet ging es weiter auf die „überaus hart“ präparierte Piste.

“OHNE STEIGEISEN WÄRE MAN HIER SICHERLICH IM ZDF, ORF ODER SCHWEIZER FERNSEHEN ALS SCHNELLSTER TORRICHTER DES LAUBERHORN-RENNEN AUSGESTRAHLT WORDEN“

Dann wurde die Slalom Strecke von den Athleten besichtigt. Hierfür gab das Reglement den Athleten    nur begrenzt Zeit um sich alle Tore einzuprägen. Ein Meter neben mir standen dann nacheinander Olympiasieger, Weltmeister, Weltcup-Sieger und alle die, die es noch werden wollen und prägten sich hochkonzentriert  Tor um Tor ein. Um Punkt 14 Uhr war der Start und der erste Fahrer kämpfte sich, oder besser gesagt schoss durch die Slalomtore. Mit dem bloßen Auge war nicht zu erkennen ob hier einer der Rennläufer mit dem Ski einfädelt. Gut das es Kamera und Superzeitlupe gibt.

Nach 60 Fahrern war dann Schluss und der Sieger dieser Kombination stand fest. Olympiasieger Kjetil Jansrud siegte vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal.  Das war ein Erlebnis was man nicht vergessen wird. Nach einem Tag 12 Stunden im Schnee bei minus 15 Grad ging es dann zurück ins Lauterbrunnental wo Frau Sarah und Tochter Greta schon warteten. Am  Tag darauf wurde das gegenüber von Wengen liegende   Bergdorf Mürren besucht wo der  Fretteraner Prunzmummel –Club jährlich am längsten Abfahrtsrennen der Welt teilnimmt. Es ging hier erstmals mit Kinderwagen anstatt mit Skiern die Piste herunter.